RestartThinking hat über 10 Jahre Erfahrung mit E-Mobilität

10 Jahre Erfahrung mit E-Mobilität

Was haben Sie im Frühjahr 2016 gemacht? Wir vom RestartThinking Team starteten damals in eine neue Ära: Die E-Mobilität. Was haben wir seit damals gelernt und was hat sich in dem Sektor alles getan? Lesen Sie mehr über unsere 10 Jahre Erfahrung mit E-Mobilität.

Unsere Reise zur E-Mobilität

Am 24. März 2016 haben wir unser erstes E-Auto übernommen. Einen Tesla S mit 90 kWh und Allrad-Antrieb. Davor waren wir bereits mit einem Toyota Prius zumindest hybrid unterwegs.

Seit 2010 kannte ich aus meiner Zeit in der R&D Abteilung bei einem großen deutschen Projektentwickler für erneuerbare Energien E-Mobilität in der Praxis. Mario kam aus der Automobilbranche und brachte die Branchenkenntnis mit. Da war schnell klar, bis auf Tesla konnte 2015/2016 kein Fahrzeug die notwendige Reichweite von 350-450 Kilometer bieten. Damals fanden unsere Geschäftsreisen meist in einem Umkreis von 150-350 km statt. Zudem hatten unsere Kunden bereits Ladestationen, die kaum genutzt wurden.

Die Anfänge

Damals war E-Mobilität noch gefühlt ein Wagnis. Wir waren unter den ersten 1.000 Tesla Besitzer:innen in Österreich und wenn man sich auf der Straße traf, grüßte man selbstverständlich. Beim Ladestopp ergaben sich immer interessante Gespräche.

Unser erster längerer Trip führte uns von Tirol nach Baden-Württemberg, wo wir unseren Prius an Bekannte verkauften. Den Dreh, sich beim Landen immer an die zweite freie Ladestation zu stellen, hatten wir schnell raus. Da sich meistens zwei Ladestecker einen Anschluss teilen, war es ratsam zur nächsten Säule zu wechseln.

Unsere erst große Bewährungsprobe war im Sommer 2016 eine Fahrt nach Dalmatien. Die knapp 1.100 km pro Richtung waren damals noch aufregend, denn das Supercharger Netz war nur bis Rijeka ausgebaut.

Unterhalb von Rijeka befindet sich eine der schönsten Ladestationen, die man sich vorstellen kann: Direkt am Meer, mit guten Cafés und Eis-Salons in der Nähe. Da damals die Ladeleistungen noch meist bei 150 kW lagen, waren Toilettenpause, Kaffee und Eis in 40 Minuten passend. Eines gilt damals wie heute: Ich brauche öfters eine Pause als dass das Auto laden muss. Quasi ein Anwender-Fehler.

E-Mobilität und Ladeinfrastruktur

Lustig wurde es auf halbem Weg von Rijeka nach Split, denn das Auto bestand vehement darauf, dass es ab jetzt keine Ladestationen mehr kennt und man quasi auf eigene Gefahr weiterfährt. Und amerikanische Anwendungen können bei so etwas nervig sein. Der Tesla zeigte plötzlich rote Warnmeldungen. Innerhalb von Mitteleuropa gab es dieses Problem nicht, da das Supercharger Netz so aufgebaut war, dass entweder immer eigene oder andere Ladestationen bereits gelistet waren.

Keine Sorge, wir konnten bei Marios Eltern laden und da die Ladeleistung beim Tesla manuell verstellt werden kann, drosselten wir die Amperezahl auf ein Kroatien verträgliches Niveau. Im Hafen vom Split bekamen wir dann von einem kroatischen Freund einen Starkstromanschluss „spendiert“. Das war 2016. Im Jahr 2017 hatte Split bereits einen Tesla Supercharger an der Autobahn und der ACI Marina war „Destination Charger“ und bot 22 kW frei für Tesla-Fahrer:innen an.

E-Ladeinfrastruktur allgemein

Im Rückblick zeigt sich: Die Zahl der Ladestation war damals überschaubar. Aber eines muss man Tesla lassen. Anstatt wie die deutschen Hersteller nach dem Staat zu schreien, entwickelten sie einfach ihre eigene Ladestruktur quer durch Europa. Wir hatten auch noch den Vorteil als „early mover“ ein Autoleben lang an allen Tesla Superchargern gratis laden zu können.

Dennoch war eine Sammlung von Ladekarten stets mit dabei. In den Anfangszeiten gab es auch noch gratis Lademöglichkeiten. Mittlerweile hat sich das Anbieterspektrum wesentlich verbreitert und Roaming ist längst möglich (Tanken bei „fremden“ Ladestationen). Die technischen Möglichkeiten den Ladevorgang mit dem Handy freizuschalten und zu zahlen sind da bzw. verbessern sich laufend.

CO2 Bilanz als nächster Schritt

Wir tanken unser Fahrzeug zumeist zuhause. Aber wenn wir unterwegs sind, ist es uns wichtig auch beim Laden Ökostrom zu beziehen. Da wird es schon tricky. Tesla bezieht hierzulande den österreichischen Strommix. Der ist schon gut, enthält aber noch immer fossile Energieträger. Hier wurden wir beim ÖAMTC fündig, die an ihren eigenen Servicestützpunkten 100 % Ökostrom anbieten. Problem gelöst!

Weitere E-Mobilitäts-Erfahrungen

Mit dem Tesla S haben in den ersten vier Jahren über 160.000 km elektrisch zurückgelegt. Es gab keine gröberen Probleme mit dem Auto oder beim Laden. Für mich persönlich war die Größe des Fahrzeuges eine Herausforderung, denn die Ein- oder Ausfahrt aus alten Parkgaragen war nervenaufreibend. In der Bauzeit für unser Betriebs- und Wohngebäude war dafür die Größe und Ladekapazität inklusive Frunk (vorderer Kofferraum) ein großer Segen.

Danach änderte sich unser Reiseprofil und ab 2018/2019 wurde die Bahn das Mittel der Wahl, denn die Kundenstruktur verlagerte sich Richtung Norddeutschland und Benelux. Auf diesen Strecken ist die Bahn unschlagbar, denn die Zeit am Steuer ist weg – egal ob teilautonom oder selbst gefahren.

2020 haben wir das Fahrzeug auf ein kleineres Modell ausgetauscht, denn es gab entsprechend gute Angebote. Dieses Tesla Model 3 ist nach wie vor im Betrieb, wird aber nur mehr wenig genutzt. Nach über 5 1/2 Jahren sind noch nicht einmal 60.000 km gefahren (privat und beruflich).

Eigene Energieerzeugung für E-Auto

Und jetzt kommt das Beste im Bereich E-Auto: Jedes Gebäude kann heutzutage zur „Tankstelle“ werden und die Energie selbst herstellen. Für uns ist die Möglichkeit den Energieverbrauch des Fahrzeuges größtenteils selbst zu produzieren unschlagbar.

Die Kosten sind übersichtlich – etwa 7,5 ct/kWh. Daher lassen uns die beiden großen Energiekrisen und sonstige Preisschwankungen kalt.

Über RestartThinking | Nachhaltige Transformation gestalten

Die Weiterentwicklung der E-Mobilität

Hier ist unsere Reise der Veränderung aber noch nicht zu Ende. Wir warten nun auf die Möglichkeiten des bidirektionalen Ladens bzw. Entladens. Denn der Speicher im Haus hat derzeit eine Kapazität von 13,8 kWh (demnächst 18,4 kWh). Währenddessen stehen etwa 75 kWh in der Garage.

Die lastabhängige Beladung des Fahrzeuges bei Energieüberschüssen ist bei uns mittlerweile gelebter Standard. Diese Energie bei gelegentlichen Engpässen zurück zu bekommen, ist technisch relativ einfach möglich. Aber der Teufel steckt im Detail (Garantiebedingungen der Hersteller, passende Ladestationen, Sicherheitsprotokolle, Netzrestriktionen, etc.).

Erste Hersteller bieten bereits Fahrzeuge und passende bidirektionale Ladestationen an, aber da ist es mit der Interoperabilität noch nicht weit her. Wir sind daher als Unternehmen der V2G Alliance Austria beigetreten, denn V2G birgt riesige Potentiale um den Energie- und Mobilitätsbereich noch weiter zu verknüpfen. Ich persönlich gehe von einem breiterem Einsatz von Vehicle to home (V2H) und Vehicle to Grid (V2G) ab dem Jahr 2028 aus. Wir werden berichten…

Wissen und Vorurteile

Eines ist nach 10 Jahren nach wie vor gleich: Die Mythen rund um E-Mobilität halten sich hartnäckig. Wir sind 2016 mit dem RestartThinking Blog angetreten, um Erfahrungsberichte dem Wahnsinn entgegen zu setzen. Der Blog wurde 2021 auf Nachhaltigkeit und Klimatransformation ausgerichtet, denn für uns war alles gesagt. Mario Buchinger ist vor allem auf YouTube mit Videos aktiv um den Wahnsinn einzuordnen und aufzuklären.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Energieeffizienz von E-Motoren ist dem Verbrenner wesentlich überlegen, die Energie kann lokal erzeugt werden anstatt kostenintensiv ständig importiert zu werden. Und wir können damit endlich den Verkehrssektor dekarbonisieren, denn die Klimakrise wartet nicht auf uns. 

Wir begleiten bei unseren Kund:innen Logistik- und Mobilitätsprojekte um finanzielle Potentiale zu heben und Emissionen zu reduzieren. Lesen Sie in diesem RestartThinking Blog wie Unternehmen von nachhaltiger Mobilität profitieren können. 

Egal ob Privat oder Firmen – wir raten jede:r es einfach auszuprobieren und Erfahrung mit E-Mobilität zu sammeln. Die E-Mobilität ist gekommen um zu bleiben, auch wenn sich viele in Deutschland und Österreich nicht vorstellen können.

Wie ist Ihre Erfahrung mit E-Mobilität? Schreiben Sie uns gerne.

 

#RestartThinking
Veränderung. Denken. Können.

Herzliche Grüße
Marlene Buchinger

Blog_MarleneBuchinge

Die Autorin:

Marlene Buchinger, MSc.

Expertin für Klimatransformation und Nachhaltigkeit, Projektentwicklerin und Problemlöserin

Wir von RestartThinking sind spezialisiert auf Strategie-, Prozess- und Klimatransformation. Mit mehr als 15 Jahren internationaler Erfahrung im Bereich Erneuerbare Energie und Projektmanagement stehe ich Ihnen als Sparringpartnerin zur Verfügung und entwickle nachhaltige und effiziente Prozesse.